„Bei Reparaturarbeiten an einer Heizungsanlage im Keller eines Wohngebäudes kam es zu einer Verpuffung. Der Rauch aus dem Kellerraum hat sich im kompletten Gebäude verteilt. Die angrenzende Schreinerei wurde ebenfalls in Brand gesetzt und ist vollständig verraucht. Die beiden Heizungsmonteure und fünf Bewohner des Hauses konnten sich nicht vor dem Rauch retten und befinden sich noch im Gebäude. Über die Anzahl der Mitarbeiter in der Schreinerei kann keine Aussage gemacht werden.“

So lautete am Freitagabend die Alarmmeldung für die Jugendfeuerwehr Niefern, die Jugendfeuerwehr Kieselbronn und die Jugendlichen der Schulsanitäts-AG der Realschule Niefern bei ihrer gemeinsamen Großeinsatzübung. Insgesamt nahmen rund 30 motivierte Jugendliche und über 10 verletzten Personen teil. Zur realistischen Unfalldarstellung wurden die verletzten Personen bereits vor Übungsbeginn von den Schulsanitätern geschminkt.

Angeleitet durch ein aktives Mitglied der Feuerwehr als Zugführer, erreichten unsere beiden Gruppenführer mit ihren Mannschaften und der Schulsanitätsdienst um 18 Uhr die Einsatzstelle. Hier erwartete die Organisationen ein regelrechtes Chaos. Rauch quoll aus dem Wohngebäude und der Schreinerei, eingeschlossene Personen schrien um Hilfe und interessierte Schaulustige sammelten sich um das Grundstück. Zuerst galt es sich einen Überblick über die Gesamtsituation zu verschaffen. Hierfür musste der Zugführer das Gelände schnell und gründlich erkunden, um seine beiden Gruppenführer und ihrer Mannschaften effektiv einsetzten zu können. Nachdem klar war, dass sich Personen sowohl im Wohngebäude und der Schreinerei als auch in der angrenzenden Garage befanden, war Eile geboten.

Erste Trupps wurden, ausgerüstet mit Übungsatemschutzgeräten, zur Erkundung und Rettung der verletzten Personen in das Wohngebäude geschickt, andere in die Schreinerei und Garage. Außerdem mussten sich die Trupps um die Brandbekämpfung am Gebäude und im angrenzenden Gartengrundstück kümmern. Gehfähige Personen konnten hier noch leicht über das Treppenhaus des Wohnhauses gerettet werden. Bei den bewusstlosen Personen mussten gleich mehrere Trupps gemeinsam anpacken, um die Personen sicher ins Freie bringen zu können. Die verletzten Personen wurden von den Jugendlichen der Jugendfeuerwehren aus dem Gefahrenbereich gerettet und an die Schulsanitäter übergeben. Diese übten das Versorgen, Verbinden und die Betreuung der verletzten Personen. Eine Herausforderung war die Rettung der beiden Personen im Keller, da der Zugang über das Treppenhaus versperrt war und auf die Schnelle nicht geöffnet werden konnte. Es war notwendig die Personen über ein Kellerfenster mittels Schleifkorbtrage und Leiterteilen zu retten.

Die Jugendlichen, aller beteiligten Jugendhilfsorganisationen, konnten in diesem Übungsszenario sehr gut ihre erlernten Fähigkeiten unter Beweis stellen und tolle Erfahrungen sammeln. Die außergewöhnliche Herausforderung konnte gemeinsam gut bewältigt werden. Nachdem alle Personen erfolgreich gerettet wurden, konnten sich die Jugendlichen bei Brezeln und Getränken von den Strapazen des Übungseinsatzes erholen. Eine kurze Einsatz Nachbesprechung klärte noch die ein oder anderen Besonderheiten des Einsatzes.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden, die diese Großübung ermöglicht haben.