An einem Wochenende im Oktober trafen sich beide Jugendfeuerwehrabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Niefern und Öschelbronn, um den 24-Stunden-Tag mit den Jugendlichen zu veranstalten. Die Jugendlichen und ihre Betreuer sind ins Feuerwehrhaus Öschelbronn gekommen, um von Freitag- bis Samstagabend einen Tag wie bei einer Berufsfeuerwehr zu erleben.

Nach der Schichteinteilung und Fahrzeugkunde wurde zum Abendbrot gerufen. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde eine Unterrichtseinheit „Löschangriff“ gestartet. Der erste Übungseinsatz hat nicht lange auf sich warten lassen, „Vermisste Person im Bereich Bruchtalsee“ war die Meldung. Einsatz für alle Fahrzeuge der Wachbesetzung. Am Bruchtalsee wurde, wie die großen, zuerst erkundet, um sich dann aufzuteilen, Licht aufbauen und die vier vermissten Personen in der nächtlichen Umgebung zu suchen. Nach einer Stunde waren alle gefunden und versorgt.

Zurück im Feuerwehrhaus wurde der Schlafplatz im Saal eingerichtet. Bereitschaft und ein Filmeabend standen auf dem Plan, bis die nächste Übung über die Lautsprecher durchgesagt wurde: Brandalarm in der Realschule Niefern. Die eingeteilten Fahrzeuge sind mitten in der Nacht ausgerückt, um nach dem Auslösegrund von einem Melder in der Schule zu suchen. Der Hilfshausmeister hat den Bereich schon überprüft und zusammen mit dem Zugführer von außen nachgeschaut, während der Löschangriff aufgebaut wurde. Es handelte sich um einen Fehlalarm, Auslösung unbekannt steht im Bericht, der von der Mannschaft im ELW mitgeschrieben wird. Ein medizinischer Notfall in der Steighalle musste von der restlichen Mannschaft abgearbeitet werden. Ein jugendlicher ist mitten in der Nacht gefallen und hat sich Schürfwunden zugezogen, die von der Besatzung vom Niefern 1/74 versorgt wurde. Nach den Übungseinsätzen sind alle zurück zum Film anschauen in den Saal gegangen und die Nachtruhe ist eingekehrt.

Die Nachtruhe wurde morgens, noch vor dem Frühstück, durch einen Brand auf dem Häckselplatz in Öschelbronn unterbrochen. Alarm für alle Fahrzeuge. Ein nicht vollständig abgelöschtes Lagerfeuer ist wieder entbrannt und hat so die Jugendfeuerwehr auf den Plan gerufen. Das erste Fahrzeug macht die Riegelstellung, zwei Fahrzeuge übernehmen die Wasserversorgung von einem Wassertank aus. Insgesamt drei Trupps unter Übungs-Pressluftatmer wurden bei dieser Übung gebraucht. Nach dem Ablöschen des entfachten Feuers, wurde aufgeräumt und eingerückt.

Nach dem Frühstück wurde die Schicht neu eingeteilt. Ein weiterer Block Unterricht stand auf dem Plan, erst Hilfeleistung, dann erste Hilfe. Bis zum nächsten Übungseinsatz: „Verschüttete Person bei der Firma Wolf“. Ein Arbeiter hat aus Versehen zwei weitere mit dem Radlader auf dem Betriebsgelände zugeschüttet. Jede Minute zählt, eine Übungspuppe musste versorgt, eine weitere vorsichtig ausgegraben werden. Zwei Gruppen waren mit dieser Aufgabe beschäftigt, als parallel der Rettungsdienst die Jugendfeuerwehr zur Rettung und Tragehilfe ins Gemeindehaus angefordert hat, zum Glück waren noch Kräfte in Bereitstellung im Feuerwehrhaus. Beide Aufgaben wurden rasch und sauber durch die Jugendlichen gelöst.

Alle haben sich das Mittagessen verdient.

Kaum war das Geschirr gespült ertönte die Durchsage: „VU in der Schloßstr. 75, PKW gegen Hauswand“. Keine fünf Minuten später wurden Kräfte der Jugendfeuerwehr angefordert, weil ein unachtsamer Autofahrer Ladung auf einem Feldweg verloren hat. Beim VU mussten zwei Personen aus einem Fahrzeug patientengerecht gerettet werden und dem Rettungsdienst übergeben werden. Bei der verlorenen Ladung wurde die Einsatzstelle gesichert und die herumliegenden Kisten eingesammelt und abtransportiert.

Nach einem kleinem Unterrichtsblock und einer Einheit Sport wurde der letzte Einsatz gestartet. „Starker Rauch aus dem Bauhof in Niefern“ lautete das Übungsstichwort. Alle Fahrzeuge sind zum Bauhof aufgebrochen. Am Bauhof wurde eine Halle verraucht, drei Verletzte galt es zu finden und zu versorgen. Fünf Trupps unter Übungs-Pressluftatmer sind in den Disconebel in der Halle eingedrungen, um die Verletzten zu retten und die Brandbekämpfung zu starten. Ein Vermisster musste auf dem Bauhofgelände gesucht werden. Nach einer guten halben Stunde waren alle Verletzten versorgt und die Meldung „Brand aus“ ging an den ELW.

Langsam wurden die Fahrzeuge ausgefegt, gereinigt und aufgerüstet. Am Samstagabend waren alle gesund und munter nach Hause zurückgekehrt und freuen sich schon heute, wenn es wieder einen 24-Stunden-Tag gibt.